freischaffende Malerin

Blick nach Außen in der reinen Wahrnehmung

Sibylle Bross Durchzug Öl auf Leinwand

Sibylle Bross Durchzug Öl auf Leinwand

 

 Diese Arbeit setzt einen äußeren Gegenstand des Betrachtens (Landschaft, Modell, Foto etc.) voraus. Habe ich z.B. einen Menschen vor mir, tauche ich zeichnend in den Wahrnehmungsprozess ein. Der Körper löst sich auf in Licht und Schatten, Linien und Flächen. Der Blick geht viel zum Modell und wenig aufs Blatt. Die Energie fließt direkt vom Auge in die Hand und streift kaum das Gehirn. In Arbeitspausen nehme ich Abstand und betrachte dann erst, was entstanden ist. Durch diese Art der Betrachtung und der Umsetzung schult man den unverstellten Blick.

Das Gesehene löst sich von seinem Namen. Alte Schemata verlieren an Bedeutung. Verunsicherung tritt auf, man verliert an Boden und begibt sich ins Niemandsland. Aber nur so kann sich grundlegend Neues öffnen. Der Blick auf die Dinge verändert sich. Noch nie hat man etwas so angesehen und das Spannende daran ist, dass dieser Prozess jedes mal von Neuem stattfindet. Diese Art der Beobachtung überträgt sich auch auf anderes.

 

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